Tragetuch färben? Gern!

Kürzlich habe ich mir ein Tuch ertauscht, das den etwas traurigen Beinamen „Färbeopfer“ trug. Schon die letzte Besitzerin hatte damit Färbepläne, aber irgendwie kam es nicht dazu. Es handelte sich um ein naturweißes Yaro La Vita mit 40% Leinen. Bei Stoffen bzw. Tragetüchern mit tierischen Fasern wie Wolle oder Seide lassen sich ziemlich interessante Effekte erzielen, da diese Anteile unabhängig von den Baumwollfasern verändert werden können, aber für den Anfang sollte es nun dieses Tuch sein. Naja, in erster Linie weil es ja nun da war und ich loslegen wollte.

man nehme…
man nehme…

Dreierlei Farbe gekauft, Tuch gewaschen und los ging’s!

Raumsparbügel und Zuber
Raumsparbügel und Zuber

Das fast trockene Tuch habe ich (zunächst recht umständlich) auf einen Raumsparbügel verteilt. Der hatte in etwa die Maße von meinem rechteckigen Zuber, sodass das Tuch gleichmäßig versenkt werden konnte. Die erste Farbe habe ich gaaanz grob nach Anleitung angerührt. Eventuell haben mich zwei Kinder ein klein wenig abgelenkt und es war die anderthalbfache Menge Wasser in der Mischung, funktioniert hat es dennoch…

nach dem ersten Gang: blau
nach dem ersten Gang: blau

Ich habe zuerst die Kante etwas länger in die Farbmischung gehalten und dann im Verlauf einer Dreiviertelstunde langsam den Bügel von Hand (zuerst im Stehen, dann sitzend) abgesenkt, bis das Tuch etwa zu zwei Dritteln nass war. Dann wurde das komplette Tuch mit kaltem Wasser gespült und zum Trocknen aufgehängt. An den Knickstellen (4,60m auf einem Raumsparbügel sind zwangsweise mehrlagig) gab es kleine Unregelmäßigkeiten.

zweiter Gang grau in Aktion
zweiter Gang grau in Aktion

Das trockene Tuch habe ich dann etwas ordentlicher gefaltet und wieder am Bügel aufgehängt, die nächste Mischung angerührt und mich diesmal etwas bequemer am Badewannenrand platziert. Muss einem ja nicht immer alles wehtun.

blau und grau
blau und grau

Das gleiche Spiel also von der anderen Seite, samt Spülen und Trocknen *gähn*

Knotengeknödel

Jetzt der Klassiker, da wurden gleich mal Erinnerungen an all die Zeltlager wach, aus denen ich mit „neuen“ T-Shirts nach Hause gekommen bin: BATIKEN. Farbe wie gehabt anrühren und dann wild knoten. Ich habe die Tuchenden gerafft und fest abgebunden, um später einen geraden und ungefärbten Streifen zu bekommen, plus die üblichen Ringe, für die man einfach Zipfel einbindet.

schwarzes Wannenbad
schwarzes Wannenbad

Und ab damit in die Brühe!

Danach spülen und hinein in die Waschmaschine, zusammen mit einem Fixierdingens vom gleichen Hersteller. Und wieder Trocknen und DANN war es auch schon fertig, mein erstes selbst gefärbtes Tuch!

Yaro La Vita à la Tanja
Yaro La Vita à la Tanja

Ich finde es echt sehr schick, wenn es auch wieder eingetragen gehört; das Forchheimer Wasser ist nicht gerade den Bindeeigenschaften zuträglich…

Juchu – so mein Fazit! Her mit den weißen Tüchern!